[[PageOutline]] = Einrichten von Rechnern mit Solid State Drives = In Zukunft werden wir verstärkt Rechner mit SSD einsetzen, weil dies eine der Maßnahme ist, die den größten Geschwindigkeitsgewinn mit sich bringt. Damit die SSD ihre Funktionalität lange behalten, muss das Betriebssystem geeignet konfiguriert werden == Maßnahmen == 1. Im BIOS muss der //SATA-AHCI-Modus// aktiviert sein (ist bei moderneren BIOS ohnehin Default) 1. Der Rechner sollte genügend Arbeitsspeicher haben, dass im normalen Betrieb nicht geswappt wird. 1. Beim Partitionieren müssen die Partitionsgrenzen auf volle 4096-Byte-Blöcke fallen (//alignment//). Alle modernen Partitionierungstools sollten das automatisch machen. Überprüfen mittels: `parted /dev/{v,s}da align-check opt`. Siehe auch http://wiki.ubuntuusers.de/SSD/Alignment. 1. als Filesystem sollte `ext4` zum Einsatz kommen (in Zukunft vielleicht auch das neue Filesystem Btrfs) 1. in der fstab muss derzeit noch die Mountoption `discard` gesetzt werden, für alle `ext4`-Dateisysteme und die Swap-Partition, um TRIM zu aktivieren. Siehe auch http://wiki.ubuntuusers.de/SSD/TRIM\\ Achtung: `discard` nicht bei `ext3`-Systemen setzen, sonst tritt ein Mountfehler auf und das Root-Dateisystem wir dnur readonly gemountet! 1. (Ev. kann auch die Option `noatime` gesetzt werden. Allerdings nutzt der Linux-Kernel bereits das auch schon günstige `relatime`, um Schreibvorgänge bei jedem Lesezugriff zu vermeiden.) 1. Wenn der Rechner schon eine Weile lief, bevor die Option "discard" in der fstab gesetzt wurde, ist es sinnvoll, den trim-Mechanismus einmal manuell aufzurufen: `fstrim -v /` 1. Falls komplettverschlüsselte Dateisysteme verwendet werden (z.B. LUKS oder verschlüsselter Swap), muss auch in `/etc/crypttab` der Eintrag `discard` hinzugefügt werden. 1. Wird LVM verwendet, sollte in `/etc/lvm/lvm.conf` in der Sektion `devices {}` die Option `issue_discards = 1` gesetzt sein, damit auch LVM TRIM-Befehle sendet, wenn sich z.B. die Größe eines LV ändert. Beim Proxmox scheint diese Option Default zu sein, aber besser überprüfen. 1. Scheduler. Für SSD ist als I/O-Scheduler der //deadline//-Scheduler vorzuziehen. Da dieser (zumindest in Ubuntu) seit Quantal der Default ist, ist hier nichts zu tun. Vorsichtshalber überprüfen mittels: `cat /sys/block/{v,s}da/queue/scheduler`. 1. Firmware der SSD aktuell halten. Mit dem Befehl `smartctl -a /dev/sda` lassen sich die Seriennummer und die Firmwareversion abfragen. Updates gibt's vom Hersteller. == Auch in virtuellen Maschinen durchführen Sofern auf dem Gerät mit SSD ein Virtualisierer läuft, müssen die obigen Maßnahmen ebenfalls für das OS in der virtuellen Maschine durchgeführt werden! == Referenzen - Gute Übersicht: http://wiki.ubuntuusers.de/SSD und die dort verlinkten Seiten - https://wiki.debian.org/SSDOptimization - http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Linux_I/O_Scheduler - http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Ubuntu_default_I/O_Scheduler ---- [[CC_BY_NC_SA]]