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Ticket #244: Elf-Kreativitaetskiller.tex

File Elf-Kreativitaetskiller.tex, 13.2 KB (added by Rüdiger Kupper, 13 years ago)

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116\date{2012-11-12}
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118\clearpage\setcounter{page}{1}\pagestyle{Spalten}
119\section{Die elf Kreativitätskiller}
120\subsection{1. Sicherheitsdenken}
121Der sicherste Weg, Kreativität zu verhindern: keine Fehler und Irrtümer
122zuzulassen. Wer sich keine Fehler leisten kann, denkt defensiv. Er geht
123auf Nummer sicher. Sollten ihm neue Ideen in den Sinn kommen, wird er
124kaum den Mut aufbringen, sie auszuprobieren.
125
126Was Sie dagegen tun können:
127
128\liststyleLi
129\begin{itemize}
130\item Haben Sie Mut zum Risiko. Schaffen Sie Bereiche, in denen Sie
131gefahrlos experimentieren können.
132\item Im Unternehmen: Wecken Sie die Bereitschaft, neue Dinge
133auszuprobieren. Kalkulieren Sie Fehlschläge ein.
134\end{itemize}
135\subsection{2. Konkurrenzdruck}
136Konkurrenzdruck gilt vielfach als bewährtes Mittel, um Mitarbeiter zu
137besseren Leistungen anzuspornen, ist jedoch auf jeden Fall ungeeignet,
138um Kreativität zu fördern. Wer den Konkurrenten im Nacken spürt, hat
139wenig Sinn für schöpferische Gedankenspiele. Seine Energie richtet sich
140gegen den Konkurrenten, nicht auf das Problem. Weiterhin erschwert
141Konkurrenzdruck Zusammenarbeit und Kommunikation, zwei wesentliche
142Voraussetzungen für kreatives Arbeiten.
143
144Was Sie dagegen tun können
145
146\liststyleLii
147\begin{itemize}
148\item Sorgen Sie für ein entspanntes Arbeitsklima, in dem sich
149Kreativität entfalten kann.
150\item Für Ihr Unternehmen: Vermeiden Sie ausgesprochene
151Wettbewerbssituationen, in denen Mitarbeiter kreativ sein sollen.
152Bremsen Sie Kollegen, die sich auf Kosten anderer profilieren.
153\end{itemize}
154\subsection{3. Erwartungsdenken}
155Bei den meisten Dingen, die Sie unternehmen, wissen Sie vorher ganz
156genau, was geschehen wird. Das ist auch sinnvoll, denn es gibt Ihnen
157Sicherheit, entlastet Ihr Denken und Ihre Wahrnehmung. Die Kehrseite
158dieses Phänomens nennen die Psychologen Erwartungsdenken oder set
159thinking: Sie nehmen genau das wahr, was Sie erwarten. Das macht Sie
160blind für Abweichungen, Nuancen oder neue Erfahrungen. Sie sind
161unfähig, etwas zu entdecken, weil sich Ihre Wahrnehmungen nur noch
162selbst bestätigen. Ihr Denken steckt in einem Käfig.
163
164Was Sie dagegen tun können
165
166\liststyleLiii
167\begin{itemize}
168\item Schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit. Versuchen Sie, die Dinge
169möglichst unvoreingenommen zu betrachten – gerade wenn Sie schon sehr
170gut darüber Bescheid wissen. Nehmen Sie die Dinge einmal aus einer
171völlig ungewohnten Perspektive wahr. Stellen Sie probehalber Dinge in
172Frage, die Sie für selbstverständlich halten.
173\end{itemize}
174\subsection{4. Belohnungen}
175Nur auf den ersten Blick ein Paradox: Wer auf eine Belohnung
176hinarbeitet, ist selten kreativ. Der Grund: Er ist an der Prämie
177interessiert, nicht an der Lösung des Problems. Kreative Menschen
178finden in der zu lösenden Aufgabe selbst den größten Anreiz.
179
180Wie Sie Belohnungen richtig einsetzen
181
182\liststyleLiv
183\begin{itemize}
184\item Wenn Sie selbst kreativ sein wollen, sollte für Sie nicht die
185Belohnung, sondern das Problem im Vordergrund stehen.
186\item Für Ihr Unternehmen gilt: kreative Leistungen fördern, aber nicht
187übermäßig prämieren. Wie die Kreativitätsforscherin Teresa Amabile
188festgestellt hat, wird uns das Vergnügen an der Sache selbst genommen,
189wenn wir nur auf Belohnung hinarbeiten. Allerdings: Anerkennung und
190eine angemessene Prämie für kreative Leistungen sind durchaus sinnvoll.
191\end{itemize}
192\subsection{5. Sprunghaftigkeit}
193Wer viele, immer neue Einfälle hat, gilt als kreativ. Häufig wird
194vergessen, dass eine kreative Idee nicht nur ungewöhnlich, sondern auch
195brauchbar sein sollte. Kreative Ideen müssen ausgearbeitet werden. Oft
196ist das ein mühsamer, langwieriger Prozess, den Sie nicht durchstehen,
197wenn Sie gleich zum nächsten Einfall übergehen, sobald sich die ersten
198Schwierigkeiten bemerkbar machen.
199
200Was Sie dagegen tun können
201
202\liststyleLv
203\begin{itemize}
204\item Versuchen Sie, Ihre Ziele aufmerksam und hartnäckig zu verfolgen.
205Konzentrieren Sie Ihre Energie auf einen Vorschlag und arbeiten Sie ihn
206gründlich aus.
207\item In Ihrem Unternehmen: Lassen Sie sich von brillanten
208Ideenfeuerwerken nicht beeindrucken, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf
209die Lösung des Problems.
210\end{itemize}
211\subsection{6. Zeitdruck}
212Vielfach genießt er einen ausgezeichneten Ruf. Nicht wenige Kreative
213behaupten, dass sie unter Zeitdruck besonders gut arbeiten könnten. Was
214allerdings auch eine Selbsttäuschung sein kann. Denn viele Kreative
215pflegen die Arbeitstechnik der „letzten Minute“; das heißt, sie lassen
216die Arbeit lange Zeit liegen, um sie dann in einem titanischen Akt
217ununterbrochenen Schuftens gerade noch rechtzeitig fertigzustellen.
218Dabei gerät in Vergessenheit, dass die scheinbar müßige Zeit meist als
219„Inkubationsphase“ dient, in der die kreativen Ideen bebrütet werden,
220die dann in der produktiven Endphase ausschlüpfen können. Wem wirklich
221wenig Zeit zu Verfügung steht, kann sich in der Regel nicht erlauben,
222seine Gedanken ausführlich spazieren zu führen und verschiedene
223Möglichkeiten zu ergründen. Er steht unter Stress und greift sich den
224ersten brauchbaren Gedanken. Wer in Verzug gerät, reagiert oft panisch
225und bringt gar kein Ergebnis zustande.
226
227Was Sie dagegen tun können
228
229\liststyleLvi
230\begin{itemize}
231\item Planen Sie genügend Zeit ein und legen Sie immer wieder
232schöpferische Pausen ein. Wenn Sie die Arbeitstechnik der „letzten
233Minute“ verinnerlicht haben, sollten Sie ein Gespür dafür entwickeln,
234wie lang Ihre Anlaufphase sein darf und wann Sie loslegen müssen.
235\item Für Ihr Unternehmen: Mitarbeiter bei kreativen Aufgaben nicht
236zeitlich unter Druck setzen.
237\end{itemize}
238\subsection{7. Schlechte Rahmenbedingungen}
239Weithin unterschätzter Kreativitätskiller: Viele kreative Meetings
240finden in einer Atmosphäre statt, die den Teilnehmern jede Lust am
241Fabulieren austreibt. Wenn Mitarbeiter in einem Raum, in dem sie sonst
242ihre alltägliche Arbeit verrichten, auf Kommando kreativ sein sollen,
243geht das in der Regel schief. Auch viele Besprechungszimmer sind als
244Schauplatz kreativer Höhenflüge ungeeignet. Und wenn dann das kreative
245Meeting noch in der Mittagspause oder am Abend stattfindet, wenn alle
246hungrig, müde und ausgelaugt sind, dürften selbst die kreativsten Köpfe
247leer sein.
248
249Was Sie dagegen tun können
250
251\liststyleLvii
252\begin{itemize}
253\item Sie müssen keinen großen Aufwand treiben, um eine geeignete
254Atmosphäre herzustellen. Entscheidend ist: Setzen Sie Ihre „kreative
255Sitzung“ zeitlich und räumlich ab von der alltäglichen Arbeit. Sorgen
256Sie dafür, dass keine Unterbrechungen möglich sind.
257\end{itemize}
258
259\bigskip
260
261\subsection{8. Selbstzufriedenheit}
262Eine gute Portion Selbstbewusstsein ist der eigenen Kreativität eher
263dienlich. Doch wenn Selbstbewusstsein in Selbstzufriedenheit umschlägt,
264wirkt sich das in der Regel lähmend aus. Es ist ja alles in bester
265Ordnung, weshalb sollte man daran etwas ändern?
266
267Was Sie dagegen tun können
268
269\liststyleLviii
270\begin{itemize}
271\item Ruhen Sie sich nicht auf Ihren Erfolgen aus. Verfolgen Sie
272aufmerksam Entwicklungen und Trends in Ihrem Umfeld. Seien Sie
273neugierig.
274\item In Ihrem Unternehmen: Selbstzufriedene Mitarbeiter neigen zur
275Trägheit. Machen Sie ihnen klar, was Sie von ihnen erwarten. Versuchen
276Sie, ihren Ehrgeiz zu wecken.
277\end{itemize}
278\subsection{9. Gleichgültigkeit, Desinteresse}
279Wen seine Aufgabe nicht besonders interessiert, der wird nicht kreativ
280sein. Ein gewisser Enthusiasmus gehört einfach dazu. Kreative Menschen
281versenken sich in ihre Aufgabe und haben ein großes Interesse am
282Gelingen. Mitarbeiter, die nur „ihren Job“ machen, sind für kreative
283Aufgaben ungeeignet.
284
285Was Sie dagegen tun können
286
287\liststyleLix
288\begin{itemize}
289\item Erschließen Sie die interessanten Aspekte Ihrer Aufgabe. Lassen
290Sie sich auf Ihre Aufgabe ein. Entwickeln Sie ein wenig Neugier.
291\item Für Ihr Unternehmen: Beauftragen Sie keine Mitarbeiter mit
292kreativen Aufgaben, die dafür nicht motiviert sind.
293\end{itemize}
294\subsection{10. Ungünstige Unternehmensstruktur}
295Auch die besten Ideen versanden, wenn in Ihrem Unternehmen die
296Voraussetzungen fehlen, kreative Neuerungen aufzunehmen. Wenn die
297Transparenz fehlt, wenn die interne Kommunikation zu wünschen übrig
298lässt, wenn es zu viele Hierarchieebenen gibt und die Entscheidungswege
299lang sind, dann beißen sich auch die kreativsten Mitarbeiter schnell
300die Zähne aus. Wenn Kreativität überhaupt gepflegt wird, ist sie für
301die Mitarbeiter längst zur lästigen Pflichtübung verkommen. Sie
302produzieren kreative Ideen nur zum Schein, da sie sicher sein können,
303dass kein Vorschlag eine Chance hat durchzukommen. Die Vorschläge sind
304entsprechend unbrauchbar. Besteht wirklich einmal Bedarf an kreativen
305Leistungen, werden sie von außen eingekauft.
306
307Was Sie dagegen tun können
308
309\liststyleLx
310\begin{itemize}
311\item Wenn Sie es sich zutrauen: Reformieren Sie das Unternehmen! Eine
312Aufgabe, die sehr viel Energie und Kreativität erfordert. Ansonsten
313sollten Sie sich keinen Illusionen hingeben: Kreativ sein können Sie
314anderswo.
315\end{itemize}
316\subsection{11. Mangelndes Selbstbewusstsein}
317„Das schaffe ich nie“, glauben viele Mitarbeiter, wenn sie eine Aufgabe
318übernehmen sollen, die abseits ihrer gewohnten Tätigkeit liegt und
319daher einiges an Kreativität erfordert. Ein echter Kreativitätskiller,
320denn wer sich wenig zutraut, geht kein Risiko ein – weil er überzeugt
321ist, ohnehin zu scheitern. Das ist schade, weil das kreative Potenzial
322solcher Mitarbeiter oft groß ist und ungenutzt bleibt.
323
324Was Sie dagegen tun können
325
326\liststyleLxi
327\begin{itemize}
328\item Trauen Sie sich mehr zu! Probieren Sie Verschiedenes aus, auch und
329gerade Dinge, die Sie noch nie getan haben. Sie werden überrascht sein,
330was Ihnen alles gelingt. Setzen Sie sich angemessene Ziele.
331\item Für Ihr Unternehmen: Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihrer
332Mitarbeiter. Loben Sie gelungene Ergebnisse. Vertrauen Sie auf die
333Kompetenz Ihrer Mitarbeiter.
334\end{itemize}
335
336\bigskip
337
338aus: \textit{Nöllke, Matthias (2010). Kreativitätstechniken:
339TaschenGuide (German Edition) (S.20-24). Haufe-Lexware Services GmbH \&
340Co. KG. Kindle-Version. }
341
342
343\bigskip
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